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Mittwoch, 28. November 2012

Rosenportrait 'Munstead Wood'

Für jemanden, der überhaupt nicht auf rote Rosen steht, habe ich mich doch ganz schön in die 'Munstead Wood' verliebt. Ich kann noch nicht einmal genau sagen was es genau ist, was ihren Reiz ausmacht. Die bordeaux-roten Blüten öffnen sich aus perfekten Knospen und offenbaren eine samtene Blüte von vollkommener Schönheit. Passend zu dieser edlen Blüte, die übrigens lange hält und nicht verblasst, hält sie ihr Laub in einem dezenteren graugrünen Ton. Ihre Triebe neigen sich während der Blüte zum Boden und können im Moment noch nicht selbstständig tragen. Trotzdem sieht sie dabei noch gut aus. Um diesem Trauerspiel entgegenzuwirken, werde ich sie eine Zeit lang nach Scarman schneiden und sehen ob es besser wird. Ohnehin wird sie nur ca. 1 m hoch, und wenn die Triebe dann noch am Boden herumkriechen hat man von ihrem besonderen Duft nicht wirklich viel. Der Duft ist herb und süßlich zugleich, etwas holzig oder besser harzig und ist an der frischen Blüte morgens und abends am intensivsten. Sie blühte bei mir (trotz halbschattigem Standort und ein wenig SRT, nach wochenlangem Regen und kühlen Sommertemperaturen) in mehreren Schüben und trägt sogar jetzt noch eine Blüte. Vor ein paar Tagen habe ich sie umgesetzt und ob ihrer Schönheit etwas mehr ins Blickfeld gerückt. Ich habe den Verdacht, dass sie inmitten von zartrosafarbenen Schwestern der absolute Knaller werden wird.
David Austin hat mit ihr eine wunderbare, dunkelrote Sorte auf den Markt gebracht, die lange blüht und mit ihrem samtenen Charme auch rotabgeneigte Rosenliebhaber überzeugt.

Sonntag, 25. November 2012

Rosenportrait 'Gertrude Jeckyll'

Es gibt keinen Grund diese aussergewöhnliche Schönheit nicht im Garten haben zu wollen. Ihre Elternsorten 'Wife of Bath' und 'Comte de Chambord',ihrerseits wunderschöne Gartenrosen, gaben ihr den aussergewöhnlich starken Duft nach alten Rosen mit auf ihrem Weg in die Gärten der Welt, als David Austin sie 1986 auf den Markt brachte. Sie blüht öfter und regelmässig, ist gesund und besitzt ein ausdrucksstarkes, tiefes Rosa. Ich musste ihr schweren Herzens die allermeisten Knospen entfernen, weil sie leider(wie der Großteil meiner Rosen in diesem Jahr) stark vom Rosentriebbohrer befallen war und dennoch war ihr Anblick mit den verbliebenen Blüten hinreissend schön. Schnell schob sie aber neue Triebe aus der Basis und entwickelte den nächsten Flor, trotz schattigem Standort recht zügig. Ihr Duft ist einer der intensivsten in meinem Garten und ist gleichbleibend stark über den ganzen Tag  verteilt.
Scarman schreibt eine Empfehlung zu beherztem Rückschnitt nach jeder Blühphase bei ihr, da sie mit den Jahren zum Verkahlen an der Basis neigt. Nach den zwangsläufigen Schnittmaßnahmen in diesem Jahr kann ich bestätigen, daß ihr starker Rückschnitt nichts ausmacht. 'Gertrude Jeckyll' soll 1.25 x1.00 m hoch und breit werden, aber ich denke, sie schafft locker noch mehr, wenn das Wetter passt. In wärmeren Gefilden wird sie auch als niedriger Kletterer gehalten.
Anfang Herbst habe ich sie an einen sonnigeren Standort versetzt und dachte kurz, ich hätte sie umgebracht, weil ziemlich viele Wurzeln bei dieser Aktion gekappt wurden. Sie ließ auch prompt die frischen Triebe hängen und sah ziemlich traurig aus:( Aber nach einer erneuten Schnittmaßnahme hat sie sich schnell wieder erholt und sogar noch eine Blüte ausgebildet, die, bis zum kurzzeitigen Frosteinbruch mit Schnee Mitte Oktober, nocheinmal Farbe in den mittlerweile herbstlichen Garten brachte.